„Lesen ist eine Aufgabe,
die extreme geistige Kapazitäten erfordert.”
Wie schwierig der Erwerb der Lesefähigkeit ist, erklärt Jochen Paulus in seinem Feature Das Geheimnis des Lesens. Wie wir lernen, Texte zu entschlüsseln.
Der Autor weist auf ein fatales Missverständnis in den weiterführenden Schulen hin: die Annahme, dass Schüler am Ende der Grundschulzeit flüssig lesen können. Wer jedoch Aufgaben in der Schule — und Aufgaben in der Schule sind fast ausnahmslos textbasiert und brauchen Leseverstehen bzw. Lesestrategien — erfolgreich lösen möchte, dem darf das Lesen keine Mühe bereiten, „damit der Kopf frei bleibt für das Verstehen des Textes. “ Und dafür braucht das Gehirn viele Stunden Übung. Ein Schlüssel zu mehr Leseroutine scheinen Lautlese-Tandems und Textdetektive zu sein. Dahinter steht das Bemühen,
Lesetechniken nicht als Grundlage des Lernerfolgs vorauszusetzen, sondern zu entwickeln.
Nur wer der Lust am Lesen frönen kann, entwickelt Lesekompetenz, folgert der französische Lehrer und Schrifsteller Maurice Pennac aus seinen Erfahrungen mit Schulklassen. Als methodisches Mittel der Leselustförderung behauptet sich seit einem Vierteljahrhundert hartnäckig das Lesen mit Lesetagebuch bzw. Lesen mit Portfolio. Auch wenn es keine nennenswerten empririschen Studien über den tatsächlichen Ertrag dieser Methode gibt, die zu beobachtende Schüleraktivität und die Reichhaltigkeit der Erträge bei Anwendung der Methode scheinen deren Einsatz zu rechtfertigen.
“Das Verb “lesen” duldet keinen Imperativ”.
Die Beispiele für die Sekundarstufe zeigen die Variabilität und das Potential des Mediums Lesetagebuch, bei entsprechender Diagnostik die Stufen der Lesekompetenz über produktive Textverfahren systematisch einzuüben:
- Klaus Kordon Julians Bruder (historischer Jugendroman, 7. Klasse)
- Leonie Swann Glennkill (Kriminalroman, 8. Klasse)
- Dietlof Reiche Der Bleisiegelfälscher (historischer Jugendroman, 8. Klasse)
- Friedrich Schiller Zum Geburtstag (Textsorten-Mix, 8. Klasse)
- Stefan Andres Wir sind Utopia/El Greco malt den Großinquisitor (Novellen, 9./10. Klasse)
- Texterschließung mit dem Lesetagebuch
- Wer liest, lebt doppelt! Die Klasse 10 stellt Bücher vor.
Es erübrigt sich, sattsam bekannte Fakten wie “Lesen erschließt Welten” und “Lesen bevorteilt Buchbesitzerkinder” an dieser Stelle erneut zu beschreiben.
Verwiesen sei auf auf PISA 2010, die Lern- und Lesekultur in Schweden und Finnland, Grundsätzliches zur Lehrerausbildung in Deutschland und die Bemühungen der UNESCO um weltweite Alphabetisierung.
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Nicolas Tuch (6. Klasse) hat die Zeichung nach seiner Lektüre von Douglas Adams`Per Anhalter durch die Galaxy verfasst.