Wenn Schüler die Inhalte, Ziele und Kompetenzen einer Lernsequenz kennen und für sich selbst annehmen, weil es sich lohnt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Lernen von Erfolg gekrönt wird, denn es ist einfacher für sie, den Lernprozess aktiv mitzugestalten.
Metakognitives Lernen, z. B. mittels Portfolio, Lerntagebuch oder Kompetenzraster, auch Rubriks genannt, bietet geeignete Instrumentarien, individuelle Lernprozesse und Lernergebnisse transparent zu machen. Sie können zur Diagnostik am Beginn und am Ende einer Unterrichtsreihe oder als Planungsgrundlage einer Lerneinheit dienen, um das Lernen aus Lehrer- und Schülersicht erfolgsintelligenter zu gestalten.
Skeptiker des kompetenzorientierten Lehrens und Lernens verschenken schlicht das Potential des beobachtenden Lernens und vergessen dabei, dass es in der musikalischen, sportlichen und handwerklich-technischen Ausbildung seit jeher Gang und Gäbe ist, sich mit Fragen des adäquaten Lernens zu befassen: Wie muss ich die Finger setzen, um die Tonleiter zu spielen, wie Arme und Beine positionieren, um den Ball zu schmettern, wie das Sägeblatt anlegen für die passgenaue Gärung?
Soll ein Lernprozess für Schüler transparent zielerreichend verlaufen, wird er von folgenden Fragen bestimmt:
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Was kann ich?
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Wo will ich hin?
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Wie komme ich dahin? Wer kann mir helfen?
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Was fällt mir leicht/was fällt mir schwer?
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Was bringt es mir?
Beim Lernen in der Schule muss nicht jedes und alles akribisch mittels Kompetenzraster zeit- und materialaufwändig evaluiert und dokumentiert werden, auch wenn der Markt verführerisch boomt und der Druck groß ist. In den meisten Fällen kann man die erreichten Lernstände leicht mit einer kurzen Synopse, einem Quiz, einem Kurzprotokoll, wenigen Testfragen u.ä. erfassen.
Wie strukturiert und kreativ zugleich Schüler ihre Lernstände diagnostizieren können, zeigt die Schüler-Mindmap zu Bericht schreiben (6. Klasse), die der Schüler als Lernhilfe – Spickzettel - für die Vorbereitung auf die Klassenarbeit und als Korrekturhilfe für die Lehrerin verfasst hat.
Praxistaugliche Muster und Vorlagen (auch für Ungeübte) für gezielte Forder-Fördermaßnahmen, systematischen Kompetenzaufbau und transparente Leistungsmessung findet man unter
Dass Kompetenzen und Kompetenzstufen als Zielvorgaben zu verstehen sind, deren Errreichen fachgerechtes Üben voraussetzt, braucht nicht weiter erläutert zu werden. Wer eine Tonleiter spielt, wer die Wurfrichtung anvisiert, wer das Sägeblatt im richtigen Winkel ansetzt, hat es noch nicht zur Meisterschaft in seinem Metier gebracht, aber Schritte auf dem Weg dorthin erfolgreich gemeistert, die es zu würdigen gilt und die ihn vielleicht ermutigen, den nächsten Schritt zu setzen: die Tonleiter rhythmisch zu spielen, den Ball ins Tor zu schmettern, das Brett fein säuberlich durchzusägen.
Schlussendlich: Auch eine noch so sachgemäße Kenntnis der Kompetenzstufen oder Lernzieltaxonomien entbindet die Lehrperson nicht von der grundsätzlichen Frage nach der Sinnhaftigkeit der Aufgaben und der Frage nach der Wertigkeit des Bildungehalts für eine gelingende Lebensgestaltung:


